Musterlösung Zusatzaufgabe
Teil A: Geldflussrechnung der Handels AG für 2025 (in CHF 1’000)
| Geldfluss aus Geschäftstätigkeit (indirekte Methode) | Betrag |
|---|---|
| Jahresgewinn | + 100 |
| Abschreibungen auf Positionen des Anlagevermögens | + 40 |
| Zunahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 30 |
| Abnahme Vorräte | + 20 |
| Zunahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | + 30 |
| = Geldfluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow) | + 160 |
| Geldfluss aus Investitionstätigkeit | |
| Investitionen in mobile Sachanlagen | - 50 |
| = Geldfluss aus Investitionstätigkeit | - 50 |
| Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | |
| Rückzahlungen von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten | - 20 |
| Gewinnausschüttungen (Dividende) | - 20 |
| = Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | - 40 |
| Veränderung des Fonds «Flüssige Mittel» | |
| = Zunahme flüssige Mittel | + 70 |
Nachweis:
- Bestand Flüssige Mittel am 01.01.2025: 50
- Bestand Flüssige Mittel am 31.12.2025: 120
- Zunahme flüssige Mittel: + 70
Teil B: Zusatzaufgabe Cashflow nach der direkten Methode (in CHF 1’000)
| Geldfluss aus Geschäftstätigkeit (direkte Methode) | Betrag |
|---|---|
| Einzahlungen von Kunden | + 970 |
| Auszahlungen an Lieferanten | - 550 |
| Auszahlungen für Personal | - 200 |
| Auszahlungen für sonstigen betrieblichen Aufwand | - 50 |
| Auszahlungen für Zinsen (Finanzaufwand) | - 10 |
| = Geldfluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow) | + 160 |
Ausführliche Erläuterungen zur Musterlösung
1. Erläuterungen zur indirekten Methode (Teil A)
Der Cashflow wird hier berechnet, indem der Jahresgewinn um die nicht liquiditätswirksamen Aufwände korrigiert und die Veränderungen des Nettoumlaufvermögens berücksichtigt werden:
- Jahresgewinn (+ 100): Ausgangspunkt der Berechnung gemäss Erfolgsrechnung.
- Abschreibungen (+ 40): Abschreibungen sind ein buchhalterischer Aufwand, der keinen direkten Geldabfluss zur Folge hat. Daher werden sie zum Gewinn addiert.
- Forderungen aus L&L (- 30): Die Forderungen haben von 120 auf 150 zugenommen. Das bedeutet, dass Erlöse verbucht wurden, für die noch kein Geld eingegangen ist. Das bindet Liquidität, weshalb die Zunahme abgezogen wird.
- Vorräte (+ 20): Der Warenbestand ist von 200 auf 180 gesunken. Der Abbau von Vorräten setzt Liquidität frei, weshalb der Betrag addiert wird.
- Verbindlichkeiten aus L&L (+ 30): Die Lieferantenschulden sind von 80 auf 110 gestiegen. Da Rechnungen noch nicht bezahlt wurden, verbleibt die Liquidität vorübergehend im Unternehmen. Die Zunahme wird addiert.
2. Erläuterungen zur direkten Methode (Teil B)
Bei der direkten Methode werden die liquiditätswirksamen Erträge und Aufwände direkt hergeleitet, indem die Zahlen aus der Erfolgsrechnung um die Bestandsänderungen in der Bilanz korrigiert werden:
- Einzahlungen von Kunden (+ 970): Die Handelserlöse betragen 1 000. Da die Forderungen aus L&L jedoch um 30 zugenommen haben, haben die Kunden 30 weniger bezahlt als fakturiert wurde (1 000 - 30 = 970).
- Auszahlungen an Lieferanten (- 550): Dies erfordert zwei Schritte:
- Wareneinkauf berechnen: Der Handelswarenaufwand beträgt 600. Da das Lager um 20 abgebaut wurde, mussten wir 20 weniger einkaufen als verbraucht wurde. Der Wareneinkauf beträgt also 580.
- Zahlungen berechnen: Wir haben für 580 eingekauft, aber die Verbindlichkeiten aus L&L haben um 30 zugenommen (wir schulden den Lieferanten mehr). Wir haben also 30 weniger bezahlt als eingekauft. Die effektiven Auszahlungen betragen somit 550 (580 - 30).
- Auszahlungen für Personal (- 200) & sonstiger Aufwand (- 50) & Zinsen (- 10): Da es in der Bilanz keine entsprechenden Abgrenzungskonten (wie z.B. noch nicht bezahlte Löhne oder Zinsen) gibt, entsprechen diese Aufwände direkt den erfolgten Auszahlungen.
Fazit: Beide Methoden führen exakt zum gleichen operativen Cashflow von + 160.
3. Erläuterungen zum Investitions- und Finanzierungsbereich
- Investitionen in mobile Sachanlagen (- 50): Die Zusatzangaben erwähnen den Kauf von Anlagen für CHF 50.
- Rückzahlung Bankverbindlichkeiten (- 20): Die kurzfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten sind von 90 auf 70 gesunken. Dieser Schuldenabbau führt zu einem Geldabfluss.
- Gewinnausschüttung (- 20): Gemäss Zusatzangaben wurden CHF 20 als Bardividende ausgezahlt. Der Rest des Vorjahresgewinns war eine reine Umbuchung in die Gewinnreserven (nicht liquiditätswirksam).